Der Oleander ist eine anspruchslose, immergrüne Pflanze. Im Gefäss auf dem Sitzplatz, dem Balkon oder der Terrasse gehalten, verbreitet die reich blühende Pflanze einen Hauch von mediterraner Stimmung. Die langanhaltende Blütenpracht vom Sommer bis zum Herbstbeginn erfreut jeden Gartenliebhaber.
Der Oleander ist eine beliebte Zierpflanze mit einer langen Geschichte: Schon in der Antike (800 v. Chr. – 500 n. Chr.) wurde er in Gärten verwendet. Dies belegen kretische Wandgemälde aus dem 14. Jahrhundert vor Christus. Seit 500 Jahren wird der Oleander auch in Europa kultiviert. Anfänglich war das Gehölz dem Adel und den reichen Bürgern vorbehalten. Mit seiner südländischen Schönheit schmückte der Oleander viele Orangerien zur Zeit des Barock.
Der Oleander (Nerium oleander), auch unter dem Namen Rosenlorbeer bekannt, gehört zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Somit sind alle Teile der Pflanze giftig. Es gibt eine einzige Oleander-Art in dieser Pflanzengattung, welche aus über 200 Sorten besteht.
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Oleanders erstreckt sich von Marokko (Ursprungsgebiet) über Südspanien und den ganzen Mittelmeerraum, den Nahen und Mittleren Osten, Indien und China bis nach Myanmar. In diesen Gebieten wächst der Oleander in Auengesellschaften. In Marokko gedeiht die Pflanze bis auf eine Höhenlage von 2000 m.
Der Oleander ist ein Strauch mit ausladender, aufrechter und buschiger Wuchsform. Er erreicht eine Wuchshöhe von 2 bis 4 m und eine Wuchsbreite von bis zu 3 m. Die Äste sind leicht gummiartig und sehr flexibel.
Die Blüten zeigen sich in Form von Trugdolden, welche aus mehreren Blüten bestehen. Die Wildform des Oleanders trägt rosa oder weisse Blüten. Mittlerweile existieren durch Züchtungen viele Sorten, welche hell- und dunkelrosa, lachsfarbig, hellgelb, weiss und rot blühen. Die Blühzeit reicht von Juni bis September. Die Blüten sind je nach Sorte gefüllt oder einfach und können zart duften.
Der Oleander wird in unseren Breitengraden in seiner natürlichen Form als Strauch verwendet und mittlerweile auch als Hochstämmchen im Handel angeboten.
Der Oleander benötigt einen sonnigen und windgeschützten Standort. Seine Blütenpracht hängt vom Sonnenlicht ab: je mehr Sonne, desto mehr Blüten. Deswegen blühen Oleander in regenreichen und kühlen Sommern deutlich weniger.
Das immergrüne Gehölz mit südländischem Aussehen hat durch seine lange Blütezeit einen sehr hohen Zierwert. Im Gefäss gehalten kann die Pflanze verlassene Nischen und Ecken mit ihrer Blütenpracht auffrischen. Auf dem sonnigen Balkon, der Terrasse, dem Sitzplatz oder im lichtdurchfluteten Innenhof sollte der wüchsigen Pflanze ausreichend Platz zur Verfügung stehen. So kann sich der Oleander im genügend grossen Gefäss natürlich entfalten.
Oleander sind sehr durstige Pflanzen. Im Gefäss gehalten brauchen sie während den Sommermonaten viel Wasser. An sehr heissen Tagen benötigt die Pflanze bis zu drei Wassergaben pro Tag. Es empfiehlt sich, das Gefäss auf einen Unterteller mit hohem Rand zu stellen. So kann das überschüssige Giesswasser aufgefangen und tagsüber vom Oleander aufgenommen werden. «Nasse Füsse» schaden der Pflanze nicht, zumal das Gehölz natürlicherweise in Auengesellschaften gedeiht.
Der schnellwüchsige Oleander ist gut schnittverträglich. Es empfiehlt sich, den Verjüngungsschnitt im Frühjahr zu machen. Hierfür wird etwa ein Drittel der ältesten Triebe auf 20 cm zurückgeschnitten. Verkahlende, herabhängende oder kranke Äste können jederzeit eingekürzt werden. Wenn nötig, kann die Pflanze auch auf den Stock gesetzt werden. Danach regeneriert sich die Pflanze sehr schnell und kann wieder buschig wachsen. Bei Schnittarbeiten an der Pflanze sollen immer Handschuhe getragen werden, da die Haut vom austretenden giftigen Milchsaft gereizt werden kann.
Da die mediterrane Pflanze nicht winterhart ist, muss sie während der kalten Jahreszeit überwintert werden. Für ein optimales Winterquartier kommen kühle und helle Räume in Frage.
Zwei bis vier Meter
Juni bis September
Sonnig, windgeschützt